Bahnprojekt zu den Akten · Höchster Kreisblatt

Die Schließung und Installation einer Querung mit Schranke ist definitiv vom Tisch. Die Eingabe eines Bürgers nutzte nichts.

Presse: 18.09.2011 · BVAM · Bürgervereinigung Alt-Münster e.V.

Dieser Weg bleibt offen: Fußgänger und Radfahrer können die Bahn zwischen Weilbacher und Hofheimer Straße weiterhin queren.

Münster. Natürlich ist ein Bahnübergang mit Schranken sicherer als einer ohne – auch wenn die beiden Übergänge im Kelkheimer Stadtteil mit sogenannten Drängelgittern ausgestattet sind. "Aber wer unbedingt möchte, lässt sich auch von Schranken nicht abhalten", sagt Bernhard Schmitt, der Vorsitzende des Vereinsringes Münster, und einer von denen, die die beiden Bahnübergänge – zwischen Weilbacher und Hofheimer Straße sowie zwischen Nonnbornstraße und Kapellenbergstraße – behalten wollen. Absolute Sicherheit gibt es also gar nicht, ist die verbreitete Einschätzung.

Das war nur eines von einer ganzen Reihe von Argumenten, die die Bürger anführten, als direkt in Münster eine Machbarkeitsstudie zu den Bahnübergängen vorgestellt wurde. Etwa 50 Interessenten waren zu dem Ortstermin gekommen, das Thema ist im Ort also auf ein großes Interesse gestoßen. Die Studie machte zwar deutlich, dass es schon machbar ist, die beiden unbeschrankten durch einen beschrankten Übergang zu ersetzen. Aber dass dies eine notwendige Maßnahme sei, das glaubten die Münsterer nicht.

"Wir schreiben einen Vermerk und legen es zu den Akten", ist Bürgermeister Thomas Horn (CDU) offenbar froh, eine Baustelle in der Stadt loszuwerden, noch bevor sie überhaupt eingerichtet wurde. Dabei sei es für ihn gar keine Frage gewesen, die Eingabe eines Bürgers zu prüfen, der lieber nur einen Übergang in Münster hätte – dafür aber beschrankt. Die Zahl der Unterschriften sei nicht maßgeblich dafür, ob die Kommune einer Idee nachgehe, versichert Horn.

Aber beim Ortstermin an der Bahnlinie zeigte sich, dass es nur ein einziger war, der lieber nur einen, dafür aber mit Schranken gesicherten Übergang hätte. Alle anderen Münsterer wollen an der Situation nichts ändern. Nur so bleibt es bei den kurzen Wegen, etwa vom Gewerbegebiet in die Ortsmitte oder auch vom Bahnhof in die Quartiere südlich der Bahn. Gedacht wird vor allem an die Älteren, für die längere Wege beschwerlicher sind. Außerdem wird befürchtet, dass die Geschäfte in der Ortsmitte darunter leiden würden, sollten die kurzen Strecken abgeschnitten werden.

Und das Geld spielt auch eine Rolle, betont Schmitt, der auch Vorstandsmitglied der Bürgervereinigung Alt-Münster ist. Eine halbe Million würde der Umbau kosten – teuer würde alles durch die Veränderungen an den Bahnanlagen. Zwar bekäme die Stadt erhebliche Zuschüsse, so dass der Kelkheimer Haushalt nur mit 70 000 Euro belastet würde. Die halbe Million hätte die Stadt ohnehin nicht aufbringen können, sagt Horn. Aber auch Zuschüsse vom Land sind Steuermittel, gaben die Bürger nicht zuletzt beim Ortstermin zu bedenken.

Auf jeden Fall ist die Debatte nun beendet. "Mit dem Ergebnis kann man leben", zieht Rathauschef Horn Bilanz. Es gebe auch keine rechtliche Notwendigkeit für einen Umbau, führt die Kelkheimer FDP noch einen weiteren Grund an. Der Magistrat hatte im Frühjahr noch die Absicht verkündet, die Mittel für das Projekt in den Haushalt 2012 einzustellen. Aber ohne Not möchte sich nun keiner mit der Münsterer Bürgerschaft anlegen.

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